Die ganze Geschichte von Gewandhaus und Gewandhausorchester in 40 Jahren DDR passt bei weitem nicht in einen Artikel. Dieser Text konzentriert sich darauf, den Einfluss der alleinherrschenden Partei SED auf die Institution und das Orchester streiflichtartig aufzuzeigen. Nicht näher betrachtet werden:                

1. das Thema Staatssicherheit. Es war seit dem Ende der DDR oft zu erleben, dass die Auseinandersetzung mit dem Unrechtsstaat einzig auf das Thema Stasi reduziert wurde. Dabei gehörte der Geheimdienst mit zum Machtapparat des Ein-Parteien-Regimes und bildet nur einen Aspekt, wenn man die Machtmechanismen der SED-Diktatur ergründen will. Um die Staatssicherheit geht es hier nur am Rande im Zusammenhang mit Kurt Masur. Darüber hinaus nur so viel: Die Zahl sogenannter Inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit war in Gewandhaus und Gewandhausorchester sehr gering. Nach den bisherigen Erkenntnissen ist von einem Anteil von etwa zwei Prozent auszugehen.         

2. das Thema Konzertreisen. Natürlich trat das Gewandhausorchester im Ausland als Repräsentant der DDR auf. Und vom Staat wurde es zeitweise als das führende Tourneeorchester angesehen, noch vor den Staatskapellen in Berlin und Dresden. Dass die SED ein besonderes Augenmerk auf die Auslandsaktivitäten legte, liegt auf der Hand.                                              

3. das Thema Staatliche Auszeichnungen (welche bereits im Frühjahr 2017 ausführlich im Gewandhaus-Magazin dargestellt wurden).                      


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Claudius Böhm, Jahrgang 1960, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Gewandhaus zu Leipzig, Leiter des Gewandhausarchivs und Chefredakteur des Gewandhaus-Magazins. 2018/19 erschien seine ›Neue Chronik des Gewandhausorchesters‹ in zwei Bänden.