Allein Filmmusik-Nerds wissen: »Ohne Erich Wolfgang Korngold kein John Williams!« – nahm sich Williams doch für seine Musik zu Star Wars: Episode IV – A New Hope (1977) heraus, Korngolds Musik zu dem Film Kings Row (1942) huldigend zu paraphrasieren. Doch stehen seit ein paar Jahrzehnten viel weniger die Filmmusiken Korngolds auf den Programmen von Opern- und Sinfonieorchestern. Vor allem Korngolds Oper Die tote Stadt (Uraufführung 1920), dessen Konzert für Violine und Orchester (Uraufführung 1945) und die Symphonie Fis-Dur (Uraufführung 1954) feiern regelmäßig musikalische Triumphzüge allüberall.
Doch wie sieht es mit der Forschung zu Korngold aus? Was wissen wir über die Persönlichkeit Korngolds und die Überlieferungssituation bezüglich seiner Werke? (Korngold wurde 1897 in Brünn geboren, galt als musikalisches »Wunderkind«, emigrierte aufgrund seiner jüdischen Herkunft Anfang 1938 von Wien nach Hollywood, stieg dort zu einem erfolgreichen Filmmusikkomponisten auf und starb im November 1957 in Los Angeles 60-jährig nach einem Herzinfarkt.) Wir haben die Musikwissenschaftlerin Friederike Wißmann gefragt. Wißmann ist seit 2019 Professorin für Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Theater Rostock, seit 2020 Prorektorin für Studium, Forschung und Lehre sowie zusammen mit Arne Stollberg Projektleiterin der Erich Wolfgang Korngold Werkausgabe.

