Die motivische Entwicklung ebbt ab. Die Harmonie kehrt zurück zur Grundtonart. Der Schlussakkord verklingt. Die Hände des Dirigenten verharren auf Schulterhöhe, halten den Raum fest. Das Publikum sitzt in andächtiger Stille. Und sitzt. Und sitzt und sitzt und sitzt und sitzt und sitzt.

Ich habe längst aufgehört zu zählen, wie oft in den letzten Jahren ein Konzert eigentlich zu einem guten Ende fand – nur damit der Dirigent noch einige Sekunden Stille anhängte. Während die Stimmung des Kammertons A im Konzertsaal unaufhörlich steigt, scheinen auch die Stille-Pausen vor dem Applaus immer länger zu werden: von fünf oder sechs Sekunden auf zehn und mehr. Oft dauern sie so lange, dass jede Magie aus der Aufführung entweicht wie Luft aus einem Ballon.


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... ist seit 2015 Redakteur bei VAN. Sein erstes Buch, The Life and Music of Gérard Grisey: Delirium and Form, erschien 2023. Seine Texte wurden in der New York Times und anderen Medien veröffentlicht.