Der Mensch ist gut, nur die Leut’ san bös. Ein alter Kalauer, er wird wahlweise Johann Nestroy, Erich Kästner oder Karl Valentin zugeschrieben. Doch egal, wer von den dreien ihn erfunden hat: Der zivilisationskritische Topos, der sich darin verbirgt, ist noch viel älter. Er reicht zurück bis zur antiken Polis. Dabei sind es durchaus nicht immer nur die großen Städte, Sodom am Toten Meer, Babylon am Euphrat, Mahagonny oder Gotham, in denen das Böse unter dem Pflaster brütet und gute Menschen sich in schlechte verwandeln. Manchmal erwischt es auch idyllische Kleinstädte wie Hawkins, Indiana. Oder einsame, abgelegene Bergdörfer, wie Dogville, in den Rocky Mountains.


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… lernte Geige und Klavier, studierte Musik-, Literatur- und Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin, promovierte über frühe Beethoven-Rezeption. Von 1994 bis 1997 Musikredakteurin der Zeit, von 1997 bis 2018 bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seither wieder freelance unterwegs. Seit 2011 ist Büning Vorsitzende der Jury des Preises der deutschen Schallplattenkritik.