Die Komponistin Anna Thorvaldsdottir sitzt auf einem Rollhocker in ihrem Studio in Surrey, südlich von London. Durchs Fenster dringt das Brummen eines Rasenmähers. Der Raum ist minimalistisch eingerichtet, aber absichtlich offen gehalten, mit großer Glastür zum Garten der Nachbarn hin.
Thorvaldsdottirs Musik ist im Gegensatz dazu eng fokussiert, Schichten von ganz unterschiedlicher Dichte fließen langsam ineinander, ohne Exzess, aber auch alles andere als filigran. Immer wieder beschreibt sie ihre Werke im Gespräch als »organisch«, und das trifft auch ihre Arbeitsweise, beide sind geprägt von Wachstum, Verfall, Bewegung und Stillstand.
Aktuell sind die weißen Wände des Studios leer. Vor kurzem hing hier noch das Material für ein Stück für die Density-Serie der Flötistin Claire Chase. Jetzt will Thorvaldsdottir einige Orchesterwerke in Angriff nehmen. Auf ihrem Arbeitstisch warten ein imposanter Stapel unliniertes Papier, ein Bleistift und ein Radiergummi auf die Komponistin.
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