Am 20. Januar 1859 fand die letzte öffentliche Hinrichtung in Göttingen statt. Die Delinquentin hieß Friederike Lotze. Sie hatte ein Jahr zuvor den Bäckermeister Sievert, dessen Dienstmagd und (vielleicht nicht ganz freiwillig) Verlobte sie war, vergiftet – und wurde dafür mit dem Schwert enthauptet. Die Tötung eines (mutmaßlich gewalttätigen) Mannes durch die Verabreichung von Gift: eine »typische« weibliche Mord-Methode, die schon die berühmte Bremerin Gesche Gottfried (1785–1831), über die Adriana Hölszky 1988 eine hervorragende Oper schrieb (nach Rainer Werner Fassbinders Bremer Freiheit), erfolgreich praktiziert hatte.
Jetzt abonnieren, um weiterzulesen.
Unbegrenzter Zugang zu allen aktuellen Artikeln und dem Archiv
VAN als unabhängiges Magazin wird maßgeblich über Abos getragen. Mit Ihrem Abo ermöglichen Sie unsere Arbeit und sichern die Zukunft von VAN.
