Wie beginnen viele Klavierlehrerinnen und Klavierlehrer ihren Unterricht für ein fünf, sechs oder sieben Jahre altes Kind? Meistens geht es erst einmal um die Ton-Namen. Und es gilt, in ersten kleinen Aufgaben, beispielsweise alle »e«-Töne auf der Klaviatur auszumachen. Das ist ein lustiges, auch schon haptisches Spiel für das Kind; über die ganze Tastatur kreucht und fleucht es – stetig »e« suchend – dahin. Als nächster Schritt (also: nach Kenntnis aller Ton-Namen) steht bald oft das erste Spiel nah zusammenstehender Töne an. Es wird technisch: Dieser Finger für jene Note, jener Finger für diese. Dann kommen die schwarzen Tasten dazu. Übungen und kleine Stückchen werden immer komplexer. Es geht um »c«, »e« und »g« – als Einzelnoten. Um das selbständige Feststellen von C-Dur geht es viel zu selten. Mit dem Erlernen des Spiels am Klavier wird in Deutschland fast nie auch – was eigentlich naheliegt und das ganze (musikalische) Leben einfacher, kreativer, konstruktiver macht – Harmonielehre mit vermittelt. Dabei besteht 95 Prozent der später gespielten Literatur aus Dur-Moll-Musik. Und allein das Auswendiglernen im Zeichen des Zuordnens von Harmonieschritten geht viel schneller und eleganter voran. Man weiß, wohin man will – und kann dieses »wohin« überdies noch benennen.
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