Spätestens seit dem Bekanntwerden der Missbrauchsfälle an der Münchner Musikhochschule um Hans-Jürgen von Bose und Siegfried Mauser (der nach einem gestrigen Gerichtsurteil seine vor über 2 Jahren verhängte Haftstrafe nun auch wirklich antreten muss) entbrannte an den deutschen Musikhochschulen eine breite Diskussion um problematische Bedingungen des künstlerischen Einzelunterrichts und des nahen Verhältnisses zwischen Studierenden und Lehrenden. Nicht selten kamen dabei auch infrastrukturelle Faktoren zur Sprache, das wohl geläufigste Beispiel sind Unterrichtsräume mit Fenstern in Türen, die Studierenden zufolge dann sehr gerne mit Plakaten überhangen werden. Um eine andere gängige Praxis ging es dagegen kaum: Für Student:innen scheint es völlig normal zu sein, auch bei den Professor:innen und Lehrbeauftragten zuhause unterrichtet zu werden. Sei es außerhalb der häufig unpraktischen Öffnungszeiten in den Semesterferien, oder weil dort besonderes Equipment oder Instrumente vorhanden sind. An vielen Hochschulen ist so etwas aus Gründen der Prävention von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch explizit verboten, aber bei weitem nicht an allen.
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