Selten gibt es Musik, die so fließend und gleichzeitig so statisch klingt, wie die Musik Walter Zimmermanns. Sie wandert, ohne verloren zu sein, sie vermittelt ruhige Neugier und neugierige Ruhe. Viele Komponisten haben Musik über Natur geschrieben. Zimmermann ist einer der wenigen, dessen Musik man sich als die Musik der Natur selbst vorstellen könnte.
Im April wurde Zimmermann 75. Am Freitag eröffnet in der Galerie Max Hetzler in Berlin eine von André Butzer kuratierte Ausstellung mit Aufführungen vom Ensemble Adapter und neuen, von Zimmermanns Musik inspirierten Malereien, auch ein Film wird zur Ausstellung gedreht. Zimmermann war von 1993 bis zu seiner Pensionierung Professor für Komposition an der Berliner Universität der Künste, mit seinem Interviewbuch Desert Plants: Conversations with 23 American Composers hat er maßgeblich dazu beigetragen, dass Vielfalt, Qualität und Ausdruck amerikanischer neuer Musik in Deutschland ernst genommen werden. An einem sonnigen Vormittag treffe ich Zimmermann in seiner Kreuzberger Wohnung und spreche mit ihm über Hören als Labyrinth, den Einfluss von John Cage auf seine Musik, und die Balance zwischen Architektur und Intuition – in einer Mischung aus Deutsch und exzellentem Englisch.
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