Arnold Schönberg kennt man auf der ganzen Welt. In einem Zuge werden oft auch die Namen seiner bekanntesten Schüler Alban Berg (1885–1935) oder Anton Webern (1883–1945) genannt. Wir kennen ihn als Schöpfer und seine Schüler als Verbreiter und Anwender der Zwölftontechnik, die die damalige Klangwelt revolutioniert und mitunter für empörte Saalschlachten gesorgt hat. Weil Schönberg aus einfachsten Wiener Verhältnissen kam und schlicht Geld brauchte, tat er, was für ihn am einträglichsten war: Er unterrichtete. Seine erste Privatschülerin wurde so Vilma von Webenau. Der Name Webenau war in Wien kein unbekannter, denn Vilmas Oma Julie von Webenau (1813–1887) war bereits Pianistin und Komponistin gewesen, und zwar eine so geschätzte, dass Robert Schumann ihr seine Humoreske op. 20 gewidmet hatte und sie auch mit Clara Schumann befreundet war. Julie hatte im heutigen ukrainischen Lwiw (damals Lemberg) Unterricht bei Franz Xaver Wolfgang Mozart (1791–1844) erhalten und ging mit diesem auf Tourneen. Hartnäckig hält sich das Gerücht, Franz Xaver Wolfgang Mozart sei Julie von Webenaus Vater gewesen, weil ihre Mutter – die Sängerin Josephine von Baroni-Cavalcabò – möglicherweise eine Affäre mit diesem gehabt hatte. Hierfür gibt es keine Beweise, andererseits konnte auch noch nicht das Gegenteil belegt werden, sodass es tatsächlich eine Fifty-Fifty-Chance gibt, dass Vilma von Webenau eine Enkelin von Wolfgang Amadé Mozart gewesen sein könnte.1
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