VAN: In deinem Buch beschäftigst du dich mit Skandalen in der und um die Neue Musik. Wie bist du darauf gekommen?
Anna Schürmer: Ich hatte schon länger die Beobachtung gemacht, dass in der Neuen Musik – ob es große oder kleine Aufführungen sind – bis heute dieser Provokationsgedanke spürbar ist. Buhrufe, Türenschlagen, Handgemenge, Kontroversen und vernichtende Kritiken sind konstante Begleiter der musikalischen Avantgarden seit dem frühen 20. Jahrhundert. Und da ich sowohl studierte Historikerin als auch Musikwissenschaftlerin bin, hat mich dieses vielschichtige Phänomen des Eklats im Musikleben gereizt. Ein Konzertsaal ist ja eine Art öffentlicher Versammlungsort. Und wenn sich dort die Gemüter erhitzen, ist das wie eine kleine Laborsituation der Gesellschaft und ihrer aktuellen Debatten: Worüber regen sich die Menschen wann auf, und warum?
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