Bei langjährigen Streichquartetten stellt sich nach vielen Besetzungswechseln die philosophische Frage vom »Schiff des Theseus«: Ab wie vielen Plankenwechseln verliert ein Objekt seine Identität, verliert es sie überhaupt? Grundsätzlich machen solche Revirements Kammermusik-Ensembles ja unbeschränkt seetüchtig. Das Juilliard String Quartet gibt es seit 1946, das Gewandhaus-Quartett existiert quasi seit Christi Geburt. Das Takács Quartet aber, gegründet 1975, hat auch unter den Evergreens einige Alleinstellungsmerkmale: etwa den, dass es im Lauf seiner über 50-jährigen Geschichte von Ungarn nach Amerika übersiedelt ist. Und sein namensgebender Gründer hat das Quartett bereits 1993 verlassen. Der heutige erste Geiger Edward Dusinberre ist also bald doppelt so lang Primarius wie der Urkapitän.
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