In dieser Rubrik kommentieren wir in jeder Ausgabe eine Nachricht, die uns in der vergangenen Woche beschäftigt, betrübt oder erfreut hat.

»Wir bieten Ihnen eine verantwortungsvolle und abwechslungsreiche Tätigkeit in einem kreativen und kollegialen Arbeitsumfeld«, hieß es im vergangenen Jahr in der Ausschreibung des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden über die freie Orchesterdirektor:innen-Stelle. Für Ilia Jossifov wurde dieses Versprechen nicht eingelöst. Er hatte sich im Herbst 2021 auf die Stelle beworben und war nach einem Bewerbungsgespräch im Oktober von Intendant Uwe Eric Laufenberg eingestellt worden, mit Arbeitsbeginn am 1. April 2022. Jetzt wirft Jossifov dem Geschäftsführenden Direktor des Theaters, Holger von Berg, systematisches Mobbing vor. Gleichzeitig habe er in dessen Büro bei »konfrontativen Treffen« regelmäßig unter Hakenkreuzplakaten sitzen müssen. »Für einen jüdischen Menschen wie mich ist die Begegnung mit diesem Symbol immer traumatisch«, so Jossifov gegenüber VAN. »Ich musste zittern, wenn ich davor stand. Mein Onkel wurde vor den Augen meiner Oma lebendig verbrannt. Ich bin mit meiner Oma aufgewachsen und kann sehr viel von ihren Traumata und Erfahrungen erzählen.« Er habe von Berg gefragt, warum diese Plakate in seinem Büro hingen, woraufhin dieser nur geäußert habe, dass diese »Kunst« seien. Jossifov hatte sich mit den Vorwürfen an die Bild-Zeitung gewandt, die darüber vergangenen Donnerstag berichtet hatte. 


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... ist Gründer und Herausgeber von VAN. ✉️ hartmut@van-verlag.com

... machte in Köln eine Ausbildung zur Tontechnikerin und arbeitete unter anderem für WDR3 und die Sendung mit der Maus. Nach einem Schulmusik- und Geschichtsstudium in Berlin und Bukarest gibt sie Seminare in Musikwissenschaft und Musikjournalismus und ist Redakteurin bei VAN. merle@van-verlag.com