Die Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen (RKM) hat am 13. Mai ein Positionspapier zum Umgang mit Machtmissbrauch veröffentlicht. Damit signalisieren die Leitungen der Hochschulen ihre Bereitschaft, weiterhin aktiv gegen Machtmissbrauch und Diskriminierung vorzugehen. Das Gremium erkennt an, dass an den Hochschulen Machtmissbrauch stattfindet, und betont in diesem Zusammenhang die besondere Verantwortung der Lehrenden. In der RKM sind die 24 staatlichen deutschen Musikhochschulen organisiert, an denen insgesamt etwa 19.000 Studierende eingeschrieben sind.
Das Positionspapier nebst entsprechender Handlungsempfehlungen lässt sich als Reaktion lesen auf eine von Studierenden der deutschsprachigen Musikhochschulen organisierte Umfrage zum Thema Machtmissbrauch. 161 Studierende nahmen vom 6. Juni 2023 bis zum 16. März 2024 teil, 613 Erfahrungsberichte gingen ein. Eine Zusammenfassung der teils erschreckenden Ergebnisse wurde, zusammen mit daraus abgeleiteten »Forderungen zur Prävention und Intervention von übergriffigem, unangemessenem und missbräuchlichem Verhalten an Musikhochschulen«, im Dezember 2023 an die Leitungen der Musikhochschulen sowie die RKM und die Presse versendet. Die Initiative drängte unter anderem auf regelmäßige wissenschaftliche und hochschulübergreifende Studien zu Machtmissbrauch, die sowohl körperliche als auch verbale und psychische Übergriffe erfassen, auf die Verpflichtung zur Lehrevaluation (um die Schwelle, auf problematische Unterrichtssituationen hinzuweisen, möglichst weit zu senken), auf noch einfachere Zugänge zu internen wie externen Beratungsstellen und verpflichtende Weiterbildungen zum Thema Nähe und Distanz für alle Lehrenden.

