»Mit jeder Theatersaison kehrt sie wieder, jene Protestliturgie von Opernkonsumenten, -produzenten und -rezensenten, die das Musiktheater auf je ihre Art vermaledeien. Das Resultat ist Dauerstress, der schließlich in den Stillstand mündet; man wird das Gefühl nicht los, dass der Patient zu Tode gepflegt wird. Die Tatsache, dass sich die Fronten verhärtet haben, zeigt, dass der Diskurs selbst erlahmt ist.« So diagnostizierten Richard Klein und Johanna Dombois im Jahr 2006 die Lage der Opernregie. Acht Jahre später stöhnte Volker Hagedorn nur noch »Geht das schon wieder los?«, wenn »alle paar Jahre den Nostalgikern, die seit 1976 (Chereaus Ring!) das Abendland untergehen sehen, ein Intellektueller bestätigend die Faust zwischen die Gralskelche [haut]: Recht habt ihr! Die Regisseure schänden Texte und Töne.«
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