Neue Repressionswelle im Iran?
»Die können nicht mal die eigenen Kommandeure schützen!«, twitterte die iranische Aktivistin Motahareh Goonei am 14. Juni 2025. Im Zuge der israelischen Luftangriffe forderte sie die Regierung auf, Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung zu ergreifen, statt diese mit neuen Repressionen zu bedrohen. Kurz darauf wurde sie festgenommen und an einen unbekannten Ort gebracht, wie die iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi berichtet. Die NGO Iran Human Rights warnt angesichts der aktuellen Eskalation vor einer neuen Repressionswelle und Hinrichtungen. Goonei war erst am 16. März 2025 nach einem Jahr Haft im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis freigekommen, wo sie mit Mohammadi eine Zelle teilte. Verurteilt worden war sie wegen »Propaganda gegen den Staat«, unter anderem wegen ihrer Teilnahme an einem Sitzstreik gegen die drohende Hinrichtung des Rappers Toomaj Salehi sowie kritischen Social-Media-Posts. Goonei war schon während der »Frau, Leben, Freiheit«-Proteste im September 2022 inhaftiert worden. Ausgelöst wurden sie durch den durch Polizeigewalt herbeigeführten Tod der 22-jährigen kurdischstämmigen Iranerin Jina Mahsa Amini in Teheran am 16. September 2022. Eine Musikerin, die damals beim Ausbruch der Proteste dabei war, berichtete im VAN-Gespräch mit der Bratschistin Muriel Razavi: über 40 Jahre Unterdrückung, die Rolle der Männer während der Proteste und illegale Konzerte.
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