Die deutsche Nationalhymne ist, so wie wir sie (noch) singen, ein Problem. Die Melodie – entschuldige, Papa Haydn! – ist nicht besonders gut, der Text nichtssagend und aus klobigen Legobauklötzen auf Helgoland erbaut. Schlimmer noch der immer mitschwingende latente Verweis auf die erste Strophe (»Deutschland, Deutschland über alles«). Arno Lücker hat einen Vorschlag – und richtet ihn als offenen Brief an Frank-Walter Steinmeier (beziehungsweise Olaf Scholz, die Rechtslage ist da nicht eindeutig) – als Nachtrag zum Tag der Deutschen Einheit.
»Deutschland, Deutschland über alles«, heißt es zu Beginn der ersten Strophe vom Lied der Deutschen, 1841 von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben auf Helgoland gedichtet. Und mit »über alles in der Welt« geht es weiter. Die zweite Strophe salbadert über deutsche Frauen, deutsche Treue und – dabei können wir nur Riesling! – deutschen Wein (immerhin auch über »Sang«). In Deutschland singt man zu manchen offiziellen politischen Anlässen (und bei Länderspielen) heute die dritte Strophe des Lieds der Deutschen. Diese bildet den Text zur offiziellen, aktuellen Nationalhymne. Der deutschen Nationalhymne. Das muss sich ändern. Und die Melodie auch.
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