Die Möglichkeiten und die Verantwortung, die Kulturschaffende in Zeiten der zunehmenden Geringschätzung demokratischer Werte, von Populismus und der Verschärfung sozialer Ungleichheit haben, standen am 2. Oktober im Mittelpunkt einer Konferenz des Beethovenfests Bonn. Zum Auftakt hielt Maria Kalesnikava, Flötistin, Dirigentin, Kulturmanagerin und Demokratieaktivistin, eine sehr persönliche Rede über ihre Auseinandersetzung mit Musik und Literatur während ihrer mehr als fünf Jahre andauernden Inhaftierung als politische Gefangene in Belarus. International bekannt wurde Kalesnikava im Jahr 2020 als eine der prägenden Persönlichkeiten der belarusischen demokratischen Bewegung. Nach ihrer Freilassung auf Vermittlung der USA im Dezember 2025 lebt sie in Deutschland.


Morgen ist der 3. Oktober, der Tag der Deutschen Einheit. Für mich ist dieser Tag sehr persönlich. Auch im Gefängnis habe ich ihn für mich gefeiert. Denn die deutsche Geschichte erinnert daran, dass Mauern fallen können, dass politische Systeme nicht ewig bestehen und dass das, was heute unmöglich scheint, morgen Realität werden kann.


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