Irgendein Beethovenjahr ist immer. Und so fängt 2027 (zweihundertster Todestag) schon 2026 an, zumal das letzte Haupt-Beethovenjahr 2020 (zweihundertfünfzigster Geburtstag) legendär über die Corona-Wupper ging. Und weil das Phänomen Beethovenjubiläum nun mal einen ewigen Zyklus bildet, macht es, wer was auf sich hält, nicht unter einem eigenen Zyklus. Es wird im kommenden Beethovenjahr, das gerade seine Schatten vorauswirft, gewiss noch die eine oder andere Schlappe geben. In den Beethovenkonzerten allerdings, die gerade in Berlin zu hören waren, konnte man glücklicherweise Musiker erleben, die alles andere als ihren gemütlichen Hausstiefel runterspielen.

Den Anfang machten die Geigerin Antje Weithaas und der Pianist Dénes Várjon im Boulezsaal mit sämtlichen Violinsonaten an drei Abenden. Auch der Beethovenkenner, der genau weiß, dass da sind der Sinfonien neun, der Streichquartette sechzehn und der Klaviersonaten zweiunddreißig, kann vielleicht die genaue Zahl der Violinsonaten nicht auf Anhieb nennen. Dabei waren es simpel runde zehn, entstanden in fünfzehn Jahren zwischen 1797 und 1812.


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… lebt in Berlin, liebt Musik, schreibt Romane: u.a. ›Beethovn‹ (2020). Zuletzt erschien ›Silence‹. ✉️ KonzertgaengerBerlin@gmail.com