Es gibt vielleicht keinen anderen Musiker, der sich so natürlich zwischen Klassik- und Popkultur bewegt wie der Dirigent André de Ridder. Zum Beispiel in dieser Woche: Am Samstag dirigierte er die Premiere von Schönbergs ›Moses und Aron‹ in Basel – eine Koproduktion mit dem Theater Freiburg, wo de Ridder seit 2022 GMD ist. Am Mittwoch geht es nach Berlin, wo er mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) im Rahmen des People Festival probt. Dort kommen knapp 180 Musikerinnen und Musiker in den 40 Studios im Funkhaus Nalepastraße zusammen, um eine Woche lang spontan neue Musik zu erschaffen. Die Ergebnisse werden am 10. und 11. Oktober präsentiert – ohne vorher festgelegtes Line-Up, ohne öffentlichen Zeitplan, Hierarchien oder finanzielle Gewinne, und alle Auftretenden verzichten auf Gagen. Das Festival findet dieses Jahr – nach 2016 und 2018 – zum dritten Mal statt, und de Ridder gehört zum Gründungskern, zusammen unter anderem mit Aaron und Bryce Dessner von The National, Mary Hickson, Vincent Moon und Bon Ivers Justin Vernon. Am Sonntag geht es dann zurück nach Basel zur nächsten Schönberg-Vorstellung. »Das ist gerade ein bisschen crazy«, erzählt er mir, als ich ihn am Dienstagmorgen per Zoom in seiner Freiburger Wohnung erreiche. 


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