Der Komponist Karlheinz Essl wurde 1995 für ein Orchesterwerk beauftragt, das anlässlich eines Festaktes in der Säulenhalle des österreichischen Parlaments uraufgeführt werden sollte. Allerdings sei der Raum akustisch schwierig, warnte man ihn von Seite der Auftraggeber: Circa 12 Sekunden beträgt die Nachhallzeit in diesem marmornen Saal, wodurch jedes Klangereignis extrem lange im Raum nachklingt, jeder Punkt zur Fläche wird. Fasziniert von diesen raumakustischen Eigenschaften entschied sich Essl, nicht nur für, sondern mit dem Raum zu komponieren, alle musikalischen Entscheidungen also von der Eigenart der Schallverbreitung abhängig zu machen.
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