Kazuki Yamada wird Nachfolger von Robin Ticciati als Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin (DSO). Der 46-jährige Japaner übernimmt die Leitung des DSO ab der Saison 2026/2027 für zunächst drei Jahre. »Dass ein japanischer Dirigent eine führende musikalische Rolle in Berlin übernimmt, ist nach wie vor eine Seltenheit – und für mich persönlich von großer Bedeutung«, wird Yamada in der Pressemitteilung des Orchesters zitiert. Yamada hatte erst im April 2024 sein Debüt beim DSO gegeben und im darauffolgenden September zur Saisoneröffnung eine Wiedereinladung als Einspringer für den verstorbenen Sir Andrew Davis erhalten. 

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Yamada ist seit April 2023 Music Director des City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO) und hatte dort erst Ende Januar seinen Vertrag um zwei Jahre bis 2029 verlängert. Seit 2016 steht er zudem als Künstlerischer Leiter und Chefdirigent an der Spitze des Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo (OPMC). Es ist anzunehmen, dass er seinen dortigen, noch bis August 2026 laufenden Vertrag nicht verlängern wird. 
Yamadas internationale Karriere nimmt gerade Fahrt auf: Ende 2024 debütierte er beim San Francisco Symphony und New York Philharmonic. In dieser Woche dirigiert er erstmals das Cleveland Orchestra. Es folgen Debüts bei der Filarmonica della Scala (Ende Mai) und den Berliner Philharmonikern (Mitte Juni). Im Mai geht Yamada zudem mit dem CBSO auf Tournee durch Deutschland und Österreich.

Überraschend kommt die Personalie nicht: VAN hatte bereits im vergangenen Oktober von den laufenden Verhandlungen mit Yamada berichtet, nachdem sein Name in einer Stellenausschreibung für die vakante DSO-Orchesterdirektion aufgetaucht war. Nach VAN-Informationen wollte die Rundfunk Orchester und Chöre gGmbH Berlin (ROC) die Personalie ursprünglich bereits im letzten Herbst verkünden. Yamada lebt mit seiner Familie seit 2010 in Berlin, wo seine Frau als Geigerin im Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) spielt. ¶