In der vergangenen Woche forderten die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA), die Orchestergewerkschaft unisono und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di den Rücktritt des Intendanten des Mainfranken Theaters, Markus Trabusch. Anlass war eine emotionale Diskussion zwischen Trabusch und einer Theaterpädagogin nach der Aufführung des Stücks Ente, Tod und Tulpe am 17. November 2024. Im Verlauf der Auseinandersetzung bezeichnete der Intendant die Zwischenrufe eines Zuschauers mit Behinderung als »massive Störung«. Eine weitere Zuschauerin wandte sich daraufhin mit einer Schilderung des Vorfalls an die Würzburger Tageszeitung Main-Post. Als Reaktion schlug Trabusch vor, für Publikum mit Behinderung sogenannte »Relaxed Performances« anzubieten. Ziel solcher Aufführungen soll eigentlich sein, durch eine reizärmere und entspannte Atmosphäre Menschen den Zugang zu kulturellen Veranstaltungen zu erleichtern, die sonst – etwa aufgrund strenger Verhaltensregeln traditioneller Formate oder einer sensorisch überfordernden Umgebung – ausgeschlossen würden. In Würzburg scheint dieses Format jedoch in einer Weise gedacht, die eher der Ausgrenzung dient, indem es Menschen mit Behinderungen von anderen Veranstaltungsformaten fernhalten soll.
Der Würzburger Behindertenbeauftragte Julian Wendel kritisierte den Vorschlag des Intendanten darum scharf. Das Vorhaben wirke wie eine »Aussonderung« und sei »das Gegenteil von Inklusion«. Als kommunaler Behindertenbeauftragter ist Wendel nicht Teil der Stadtverwaltung, sondern berät diese und ist sowohl Ansprechpartner als auch Interessenvertreter für alle Bürgerinnen und Bürger mit Behinderung. Wir sprechen mit ihm über das Verhalten des Intendanten, von dem sich der Würzburger Stadtrat nun vorzeitig trennen will.
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