Kaum hatte David Tudor die Partitur auf dem Notenhalter platziert und sich, bereit zum Vortrag, an den Flügel gesetzt, trat die für Konzertsäle typische gespannte, ein bisschen ehrfurchtsvolle, wenn nicht feierliche Stille ein, die gewöhnlich erst und ausschließlich nur von der gleich einsetzenden Musik durchbrochen werden darf, sieht man einmal von den üblichen Räusper- und Husteneinlagen ab. Die eine oder der andere wird sich über die Stoppuhr gewundert haben, die der Pianist mitgebracht hatte. Noch größer dürfte die Verblüffung gewesen sein, als Tudor den Deckel des Instruments schloss, sich also den Weg zur Tastatur versperrte, und darauf vorsichtig den soeben gestarteten Zeitmesser drapierte.  


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… stammt aus Leipzig, lebt seit Ewigkeiten in Berlin, hat Drechsler gelernt, verdient aber seit gut drei Jahrzehnten sein Geld mit Wortdrechseleien. Von Kindesbeinen an liebt er alles, was unter den Begriff der »Klassik« fällt. Sein Spezialgebiet ist die Vokalmusik der Renaissance und des Barock, insbesondere die Oper.