Im November 2023 sahen sich die Einwohner von St. Louis mit einer kuriosen Herausforderung konfrontiert: Der Komiker Jim Gaffigan und der Dirigent James Gaffigan traten am selben Abend in der Stadt auf. »Meine Show ist die mit @jerryseinfeld«, schrieb Jim Gaffigan auf Instagram. »Ich nehme an, @jamesgaffigan ist bei Lydia Tár.«

Für die beiden Gaffigans ist dieser Witz ein alter Hut. Beide kennen sich seit den Anfängen ihrer Karrieren – dank einer Verwechslung ihrer Apple-Store-Rechnungen –, sind sich aber noch nicht persönlich begegnet. Vielleicht, so erzählt mir der Dirigent James Gaffigan, gibt es ja mal einen gemeinsamen Auftritt. Jim Gaffigan, sagt er, wäre perfekt als Erzähler in Prokofjews Peter und der Wolf.

Bis dahin hat James Gaffigan viel zu tun: Er bereitet sich auf sein erstes Konzert als neuer Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin vor, ein »Doku-Symphonie«-Konzert mit Musik aus dem Jahr 1923. Am 15. Dezember folgt dann eine Wiederaufnahme von Eugen Onegin. Zwischen den Proben treffen wir uns im Schwarzen Café in der Kantstraße, um über seine erste Saison an der Komischen Oper und seine Tätigkeit als Chefdirigent des Palau de les Arts Reina Sofia in Valencia zu sprechen – und über einen erfolglosen Ladendienbstahl in der Metropolitan Opera. Wir starten aber mit einem Rückblick auf den Dezember 2021, in dem er in Berlin sehr umtriebig war. »Damals habe ich auch das Deutsche Symphonie-Orchester und die Staatskapelle dirigiert und an der Komischen Oper«, erinnert sich Gaffigan. »So habe ich ein gutes Gefühl für Berlin bekommen: den jeweiligen Stand, die Vor- und Nachteile jeder Institution … Das war faszinierend.«


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… berichtet über Musik und Kunst für Paper, die Washington Post, NPR, Gramophone und andere. Sie war Teil der Redaktion bei Time Out New York und WQXR/Q2 Music. Auf der Bühne der Brooklyn Academy of Music konnte man ihre Texte auch schon hören – beim Next Wave Festival. Seit 2020 ist sie festes Mitglied der VAN Redaktion. olivia@van-verlag.com