Es gibt einige Werke, bei denen ich am liebsten vor dem Schlusssatz fluchtartig den Konzertsaal verließe. Kennen Sie das? Welche sind es bei Ihnen? Bei mir unbedingt Gustav Mahlers 7. Sinfonie mit ihrem Ohren und Hirn betäubenden Final-Rondo. 

Diese Siebte sei, heißt es, die am wenigsten gespielte unter den Mahlersinfonien, die aber ja eigentlich alle ständig gespielt werden. Und so eröffnet mit jener Siebten auch das Koninklijk Concertgebouworkest aka Royal Concertgebouw Orchestra unter Iván Fischer, einem meiner liebsten Dirigenten, das diesjährige Musikfest Berlin in der Philharmonie. Zwei Tage später wird aus London die Neunte kommen, bald darauf folgen die Zweite, die Fünfte und die Achteinhalbte (die nichts mit Fellini zu tun hat, sondern sich Lied von der Erde nennt). Also quasi schon wieder ein halbkompletter Mahlerzyklus, der flutscht immer als mittelscharfer Festivalfokus. Das Musikfest hat wie stets mehrere solcher Foküsse, kuratorisches Mittelwesen-Zwitterding, das es ist. 


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… lebt in Berlin, liebt Musik, schreibt Romane: u.a. ›Beethovn‹ (2020). Zuletzt erschien ›Silence‹. ✉️ KonzertgaengerBerlin@gmail.com