Von »Wiedergutmachung« kann sowieso keine Rede sein. Das Wort wird automatisch zum Euphemismus, wenn man es anwendet auf die im »Tausendjährigen Reich« angerichteten Verheerungen. Zu viele Dichter, Musiker, Maler, Film- und Theaterleute wurden in der nur zwölf Jahre andauernden nationalsozialistisch kontrollierten Regierungszeit mundtot gemacht. Ins Exil oder in den Tod getrieben, die Karrieren gekappt und gebrochen, die Stücke unterdrückt und verboten. Ungezählt die Kunstwerke, die gar nicht mehr entstanden sind. Ganze Genres verschwanden von der Bildfläche. Und, auch das gehört zu der Zeitenwende, die das vorige Jahrhundert in zwei Hälften teilte: Das Denken wurde vergiftet. Nachhaltig.
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