Auf dem Zoom-Monitor wirkt er anders als auf den Fotos. Aber auch die Fotos, nicht nur wegen seiner etwas ausgefallenen Frisur, geben ein immer wieder verschiedenes Bild von Enno Poppe. Er geht mit dem Gesicht nah an das Kameraauge heran. Es wirkt knochiger und schwerer als erwartet, wie jemand, den man für jünger gehalten hat, der aber zugleich überhaupt nicht alt aussieht. Die Stimme kann die kompliziertesten Dinge sagen, sie behält den lockeren Ton, das unangestrengte Parlando eines wie Unbeteiligten. Enno Poppe ist ein Phänomen. Und ein phänomenaler Musiker.
VAN: Treiben Sie eigentlich Sport?
Enno Poppe: Nö, ich bin eigentlich nicht sehr sportlich. Ich spiele jeden Tag Klavier, das ist es dann auch schon. Im Übrigen: Dirigieren ist eigentlich auch sportlich. Wenn ich viel dirigiere, habe ich überhaupt keine Rückenprobleme. Man kann beim Dirigieren mit dem Oberkörper unheimlich gesunde Bewegungen machen, Dirigieren ist echt gut für die Gesundheit.

