Sympathisch vielfältig, ein buntes Programm frei von kleinlicher Sorge vor dem Kraut-und-Rüben-Vorwurf (falls das ein Vorwurf ist): So zeigt sich das Antrittskonzert von Kazuki Yamada als neuem Chefdirigenten des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin. Wenngleich, man muss es sagen, dieses Orchester ein bisschen in der Relevanzfalle klemmt. Als herrschte bei so einem ersten Konzert nicht ohnehin genug Erwartungsdruck, muss es vorab auch noch eine gesellschaftlich bedeutsame Eröffnungsansprache geben. Die medial sehr präsente Gastrednerin Maja Göpel (»Politökonomin, Transformationsexpertin und Nachhaltigkeitswissenschaftlerin an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft«) bringt komplexe Themen auf eingängigen Nenner, erstaunlich ichbezogen, was sich mit ihrem Aufruf zum neuen »Wir« vielleicht doch ein wenig reibt. Zu Allgemeinheiten lädt natürlich auch das arg generische Saisonmotto des DSO ein: Ach, Mensch. Göpel interpretiert es in Richtung Machtmänner-anklagendes Ach menno. Dem Gesagten wird im Saal allgemein zugestimmt. Vielleicht ist gerade das ein Problem solcher Reden.
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