Seit 2007 leitet der englische Dirigent Daniel Harding das Swedish Radio Symphony Orchestra (SRSO), das mich vor kurzem nach Stockholm zu einem Proben- und einem Konzertbesuch einlud. Harding und ich aßen in einem Restaurant, das so fancy ist, dass es nicht mal eine Speisekarte gibt – der Küchenchef persönlich erklärt einem, was am jeweiligen Tag besonders frisch ist und darum auf den Tisch kommt –, aber Harding schien das Essen gar nicht zu beachten, weil er sich ganz auf die Beantwortung meiner Fragen konzentrierte. Fast zwei Stunden lang sprachen wir über die Langzeitbeziehung zwischen Dirigent und Orchester, die Ähnlichkeiten zwischen Musik und Luftfahrt und die Dauerpräsenz von Musik in Hardings Kopf. Am Schluss des Konzerts am selben Abend – mit Werken von Schumann, Brahms und Brett Dean – bemerke ich, wie Harding noch während seiner Verbeugung einen Ausschnitt aus dem Stück summt, das er gerade dirigiert hat.
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