Wenn ich Bachs Motetten höre, kommt mir mitunter das Aroma von Steak und Rotwein in den Sinn. Das kann man geschmacklos finden, es berührt aber die Frage, was Musik ist und was sich alles in ihr verbindet. Die Gegenwart des Komponisten mit der der Musikerinnen, zum Beispiel, und noch viel mehr. Die geschriebenen Noten sind nur der Ausgangspunkt. Noten sind Notbehelfe. Hinter ihnen verbirgt sich immer mehr als das Decodierbare, und vor ihnen stehen Musiker mit ihrer eigenen Gegenwart, die ihrerseits im Kopf haben, bewusst bis unbewusst, was alles schon eine Komposition hinter sich hat. Stücke sind nicht von ihrer klingenden Realisierung zu trennen und darum auch nicht von ihrem Weg durch die Welt. Sie verbinden sich mit ihrem eigenen Schicksal und nehmen Eindrücke mit. Zeitläufte, Ängste, Hoffnungen, Aromen …


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…lebt als Buchautor, Journalist und Musiker in Norddeutschland. Er studierte Viola in Hannover, war Feuilletonredakteur in Hannover und Leipzig und ist seit 1996 selbstständig als Autor u.a. für ZEIT und Deutschlandfunk. Im Rowohlt Verlag erschienen von ihm »Bachs Welt« (2016), »Der Klang von Paris« (2019) und »Flammen. Eine europäische Musikerzählung 1900–1918« (2022). Ein viertes Buch ist in Arbeit.