Dass Sprache Tor und Schlüssel zur Welt ist, gilt als Plattitüde. Was aber, wenn die eigene Sprache eine Welt aufschließt, in der man sich nicht Zuhause fühlt? In der Musik ist Lena Neudauer eine der sprechendsten Geigerinnen ihrer Generation. Ihre Interpretationen verweigern konsequent alles Plakative. Statt grob die Oberfläche zu feudeln, sucht sie ihren Ausdruck in klanglicher Vielfalt und stilistischer Differenzierung. »Ich spiele, weil es die einzige Sprache ist, mit der ich mich ausdrücken kann und will«, erzählt sie mir, als wir uns am Rande eines Konzerts mit der Jenaer Philharmonie in einer örtlichen Hotellobby treffen. Trotzdem ist ihr die Welt, die ihre Sprache umgibt, immer ein bisschen fremd geblieben. 


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... ist Herausgeber von VAN. Er studierte Development Studies, Ethnologie und Asienwissenschaften in Berlin, Seoul, Edinburgh und an der London School of Economics und arbeitete im Anschluss zehn Jahre als Berater in Projekten der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. 2014 gründete er mit Ingmar Bornholz den VAN Verlag, wo er auch als Geschäftsführer fungiert. hartmut@van-verlag.com