»Ich habe heute sogar schon zwei Stunden geübt«, sagt die Geigerin Baiba Skride, als wir uns um 12:30 Uhr im Braugasthaus Altes Mädchen an der Hamburger Sternschanze treffen. Und das, obwohl sie eigentlich gar nicht der Übetyp sei. Zwei Stunden später haben wir zusammen sechs Bier (Zwickel, Pale Ale) getrunken (die Rubrik heißt Kneipengespräch!). Hier das Protokoll.
VAN: Gibt es ein Thema, das dich gerade besonders umtreibt?
Baiba Skride: Im Moment mache ich mir schon Sorgen um Europa – wie viele andere auch. Es fühlt sich alles so fragil an, das ist beängstigend. Ich weiß noch genau, wie ich zum ersten Mal ohne Passkontrolle durch Europa reisen durfte, als Lettland gerade Teil der EU geworden war [seit dem 1. Mai 2004, d.Red.]. Es war ein tolles Gefühl, dazuzugehören, gerade für ein kleines Land wie unseres. Als ich klein war, haben wir nicht daran geglaubt, irgendwann einmal einfach so reisen zu können. Man fühlte sich eingesperrt. Daher kommt glaube ich auch meine Reiselust.

