Durch das alte Londoner Kohlekraftwerk Battersea Power Station schallt leise Klaviermusik. Kurz hinter der riesigen gläsernen Rezeption von Apple haut in einem gigantischen Einkaufszentrum ein Mann sehr engagiert Modest Mussorgskys Das große Tor von Kiew in die Tasten, das Publikum besteht aus genau drei Personen. Es birgt eine gewisse Ironie, dass in dieser Mall früher vielleicht klassische Musik gespielt wurde, um bestimmte Gruppen loszuwerden, und jetzt mit derselben Musik versucht wird, die Massen nach der Pandemie wieder in den Einkaufstempel zu locken.
Mit diesem seltsamen Gedanken im Hinterkopf mache ich mich auf den Weg zu einem Briefing zur Apple Music Classical App, die heute erscheint: »Es war harte Arbeit, aber ein Herzensprojekt«, sagt Apple-Music-Chef Oliver Schusser. Die Stimmung im luftigen Meetingraum ist ein wenig angespannt.

