Update vom 28. Februar

Kurz nach unserem Gespräch musste Anna Stavychenko mit ihren Eltern fliehen. Dazu schreibt sie VAN: »Ich bin mit meinen Eltern in Polen, wir werden von wunderbaren Freiwilligen aufgenommen und unterstützt, es gibt viele von ihnen hier, darunter viele Aktivist:innen aus Belarus, die ihr Land wegen des Regimes verlassen mussten. Jetzt helfen auch meine Eltern und ich als Freiwillige. Die meisten Teammitglieder und Musiker:innen des Orchesters sind noch in der Ukraine, einige versuchen, zumindest Familienangehörige in andere Städte zu schicken, andere wohnen in den Vororten von Kyiv und sind bereit, Kolleg:innen aufzunehmen. Diejenigen, die in Kyiv leben, verbringen ihre Nächte und einen Teil ihrer Tage in Luftschutzkellern. Wir verlassen uns auf unsere Armee, sie sind wahre Helden. Das Orchester und ich starten eine Solidaritätskampagne und bitten internationale Musiker:innen, Videos mit Worten der Unterstützung für die Ukraine aufzunehmen. Matthias Goerne ist bereits dabei. Die Kraft der Kunst und der Gemeinschaft ist jetzt sehr wichtig.«

»Es tut mir leid, die Dinge sind hier ziemlich dramatisch und ich kann mich im Moment nur darauf konzentrieren, meine Familie zu retten. Ich schreibe Dir nächste Woche«, antwortet mir Anna Stavychenko, als ich sie am 12. Februar für ein Interview anfrage. Seit Putins Rede am Montag, der Anerkennung der sogenannten »Volksrepubliken« Donezk und Luhansk und der angekündigten Entsendung russischer Soldaten in den Donbass hat sich die Lage weiter verschärft. »Es ist ein permanenter Ausnahme- und Stresszustand«, so Stavychenko, als ich sie per Zoom in Kyiv erreiche. 


Jetzt abonnieren, um weiterzulesen.

Unbegrenzter Zugang zu allen aktuellen Artikeln und dem Archiv

VAN als unabhängiges Magazin wird maßgeblich über Abos getragen. Mit Ihrem Abo ermöglichen Sie unsere Arbeit und sichern die Zukunft von VAN.


Sie haben schon ein Abo?

... ist Gründer und Herausgeber von VAN. ✉️ hartmut@van-verlag.com