Im sächsischen Großhartmannsdorf – südlich der Mitte von Dresden und Chemnitz, nahe der tschechischen Grenze gelegen – kam am 22. Juni 1926 Ruth Oschatz zur Welt. Beide Eltern waren Pädagog:innen. Ruth Oschatz’ Vater erhielt 1928 eine Dozentenstelle an der Universität von Leipzig. Er war es auch, der Ruth Oschatz in jungen Jahren Klavier- und Musiktheorie-Unterricht gab und somit die musikalische Spiellust des Kindes – Ruth Oschatz begann früh zu improvisieren und zu komponieren – förderte. Im Alter von sieben Jahren entstand Oschatz’ erste kleine Komposition. Die von den Thomanern herüberstrahlende Chorkultur Leipzigs bedingte, dass Ruth Oschatz in zahlreichen Chören mitsang. In einer dieser Chöre lernte sie die spätere Brecht-Schauspielerin Gisela May (1924–2016) kennen, mit der sie ihr Leben lang befreundet blieb. Über ihre Leipziger Zeit berichtet Ruth Oschatz: »Besonders wichtig für mich in dieser Zeit war die Thomaskirche zu Leipzig. Ich besuchte regelmäßig die Bachaufführungen. Diese Erlebnisse wurden bestimmend für meine weitere Entwicklung. Was ich an Musik am Anfang mehr gefühlsmäßig aufnahm, ging allmählich ins Bewusstsein über. Ich begann, analytisch zu hören und die stilistische Mannigfaltigkeit der Orgelwerke, Motetten, Kantaten und Oratorien Bachs zu unterscheiden.«


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... ist Konzertveranstalter, Moderator, Komponist und Pianist. Er gestaltet innovative Konzertformate, arbeitet als Musik-Satiriker, schreibt Stücke für Solist:innen und Ensembles und Texte für VAN, die Wiener Philharmoniker, die New York Philharmonics und die Bamberger Symphoniker. 2019 war er als Schauspieler an der Volksbühne zu erleben.