An einem bisher nicht genau bekannten Tag des Jahre 1768 kam Margarethe Maria Marchand während einer Theater-Gastspielreise in Frankfurt am Main zur Welt. Margarethes Vater war, wie in dem Artikel von Monika Kammerlander nachzulesen ist, Leiter einer Theatergruppe. Diese Gruppe formierte sich immer wieder an verschiedenen Orten für entsprechende Theateraufführungen – und so kursieren bisweilen als Geburtsortsangaben auch Mannheim oder München. Infolge der »Theaterfamilien«-Tradition hatte Vater Theobald Hilarius Marchand »standesgemäß« geheiratet, und zwar die Sängerin Magdalena Brochard, die ebenfalls in Sachen Theaterspiel und Tanz unterwegs war.
Einzelne Familienmitglieder der Marchands machten verschiedentlich durch lobhudelnde Meldungen ihrer künstlerischen Leistungen in den von Karl Theodor (Pfalz und Bayern) regierten – damals durchaus weitreichenden – Landstrichen von sich reden. 1775 – Margarethe war sieben Jahre alt – wurde die Familie zunächst in Mannheim sesshaft. 1778 verlegte der Kurfürst seinen Amtssitz nach München – und dementsprechend folgten ihm die Marchands, war Margarethes Vater doch Direktor des Mannheimer Theaters; und auch in München wollte der Kurfürst von seiner ihm vertrauten Theatertruppe unterhalten werden.

