Die Besetzung ließ aufhorchen: Kaufmann, Stemme, Pape, Gerhaher und Koch, Petrenko am Pult des Bayerischen Staatsorchesters, dazu Baselitz und Audi. Letzterer nicht als Sponsor, sondern verantwortlich für die Regie. So wurden die Münchner Opernfestspiele letzte Woche mit Wagners Parsifal an der Bayerischen Staatsoper eröffnet.

Münchner Königsdisziplin

Foto © Ruth Walz
Foto © Ruth Walz

Ob die Königsdisziplin der klassischen Musik nun die Kammermusik und mithin das Streichquartett, die Symphonik oder eine andere Gattung sein soll, darüber lässt sich trefflich streiten. Zweifelsohne herrschen jedoch in der Oper gern die Superlative. Und ohne den in Wagner vernarrten Ludwig II. Otto Friedrich Wilhelm von Wittelsbach, König von Bayern, gäbe es in der Operngeschichte vermutlich einige Superlative weniger, half er doch als Hauptsponsor dem von ihm verehrten Komponisten in den letzten zwei Jahrzehnten dessen Schaffens entscheidend weiter: So wurden im Münchner Nationaltheater Tristan und Isolde (1865), Die Meistersinger von Nürnberg (1868), Das Rheingold (1869) und Die Walküre (1870) uraufgeführt. Auch die Bayreuther Festspiele wären ohne seine anfängliche Unterstützung wohl nicht zu realisieren gewesen. Den für die besondere Akustik des Bayreuther Festspielhauses komponierten Parsifal (1882) wollte der Komponist vor dem »Schicksale einer gemeinen Opern-Karriere bewahren« und daher für immer exklusiv an den Grünen Hügel gebunden wissen. Von der nach Wagners Tod 1883 gültigen Schutzfrist von dreißig Jahren wurde jedoch schon 1884 für eine Separatvorstellung im Münchner Nationaltheater für Ludwig II. eine königliche Ausnahme gemacht.


Jetzt abonnieren, um weiterzulesen.

Unbegrenzter Zugang zu allen aktuellen Artikeln und dem Archiv

VAN als unabhängiges Magazin wird maßgeblich über Abos getragen. Mit Ihrem Abo ermöglichen Sie unsere Arbeit und sichern die Zukunft von VAN.


Sie haben schon ein Abo?

... studierte Informationswirtschaft, Volkswirtschaftslehre und Musikwissenschaft. Er ist als Musikmanager tätig und gründete das Unternehmen bastille musique, das die Bereiche Künstleragentur, Live-Produktion und Plattenfirma kombiniert.