Während die meisten Musikjournalisten ihre Koffer für die Festivals packen, steht unser Autor in einer norddeutschen Kleinstadt am Kopierer und gerät per Zeitschleife in eine atemberaubende Folge von Uraufführungen: Guillaume Tell, Le Prophète, Faust. So weit sind die gar nicht entfernt, findet Volker Hagedorn.

Vielleicht braucht man einen sonnigen ersten Ferientag wie, zum Beispiel, in Niedersachsen, um in die große Zeitschleife zu geraten, wo ferne, große Opern auftauchen zwischen den Schreibwarenregalen einer norddeutschen Kleinstadt. Dort, wo Guillaume Tell, Le Prophète, Faust keinen interessieren und schon vor 189 bis 159 Jahren keinen interessierten, als sie in Paris, der Hauptstadt des 19. Jahrhunderts, uraufgeführt wurden. Wie sie auf die Bühne gebracht wurden, welcher Sänger wo stand und wohin ging und in welchem Gewand, das haben die Regisseure aufgeschrieben. Die Opern, im Team auf den Erfolg hin konzipiert, sollten überall und durch die Jahre so gespielt werden können, dass sie bestens funktionierten und volle Häuser und volle Kassen brachten.


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…lebt als Buchautor, Journalist und Musiker in Norddeutschland. Er studierte Viola in Hannover, war Feuilletonredakteur in Hannover und Leipzig und ist seit 1996 selbstständig als Autor u.a. für ZEIT und Deutschlandfunk. Im Rowohlt Verlag erschienen von ihm »Bachs Welt« (2016), »Der Klang von Paris« (2019) und »Flammen. Eine europäische Musikerzählung 1900–1918« (2022). Ein viertes Buch ist in Arbeit.