Das ist mal goldener November an der Deutschen Oper Berlin: Er begann mit einem neuen Tristan, den Michael Thalheimer in ungeheurer Konzentration inszeniert und der musikalisch bis ins Detail vorzüglich gelang, und mündet nun in eine packende, rundum befriedigende Premiere von Umberto Giordanos selten gespielter Fedora. 1898 zu hoher Verismo-Zeit in Mailand uraufgeführt, war diese Melange aus Thriller und Liebesschmonzette (zwei Genres, die ihre Schnittmenge in der Beliebtheit des Finaltods der weiblichen Hauptfigur haben) lange Jahre vor allem aus der beliebten Tenor-Zugabe Amor ti vieta geläufig. Man kann sich diese Arie übrigens in einer gespenstischen Digitalzauber-Aufnahme anhören, für die Enrico Carusos Vokalpart von 1902 mit einer hundert Jahre später aufgenommenen Orchesterbegleitung durch das ORF Radio-Symphonieorchester Wien verbunden wurde.
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