Jubiläumssaison-Zielgerade beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin mit einer überraschenden, auf paradoxe Weise meditativ-spannenden Programmidee. Wobei man dazu vorab gleich zweierlei sagen muss:

Erstens, dass »Jubiläen« eine flexible Angelegenheit sind, von der sich in Kettensätzen sprechen lässt: Das RSB wurde zum Beispiel deshalb in dieser laufenden Saison einhundert Jahre alt, weil es seine Geburtsstunde listig auf den 29. Oktober 1923 datierte, an dem das erste Radioprogramm des deutschen Rundfunks ausgestrahlt wurde, in welchem wiederum mehrere Musiker mittaten, die dann zwei Jahre später bei der offiziellen Gründung des »Berliner Funk-Orchesters« dabei waren. Die frühe Datierung hat den willkommenen Effekt, dass man dergestalt dem aufs Jahr 1924 zurückgehenden MDR-Sinfonieorchester sein Erstgeburtsrecht abschnipst und sich selbst als das »älteste Rundfunkorchester Deutschlands« bezeichnen kann. Aber es ließe sich ohne Weiteres 2025 gleich nochmal hundertjähriges Jubiläum feiern.


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… lebt in Berlin, liebt Musik, schreibt Romane: u.a. ›Beethovn‹ (2020). Zuletzt erschien ›Silence‹. ✉️ KonzertgaengerBerlin@gmail.com