Zu Beginn dieser Trojaner ist es wie bei der ersten Fernsehdebatte der republikanischen Präsidentschaftsbewerber Ende August in den USA: Die Hauptperson beherrscht den Raum durch Abwesenheit, quasi als unsichtbares Riesenpferd im Raum. Aber sogleich schäme ich mich für diese gänzlich unwürdige Assoziation! Erstens, weil Donald Trump ja in seiner ganzen monströsen Kleinlichkeit wesenhaft untertrojanisch ist. Und zweitens, weil der bedeutende Musiker John Eliot Gardiner keineswegs mit Donald Trump verglichen werden soll. Allein aus dem Grund, dass man Gardiner die eigene Erschütterung über seinen gewalttätigen Übergriff gegen den Sänger William Thomas glauben darf und sollte (egal, wie tief Gardiners Verhaltensprobleme als Vorgesetzter, von denen man jetzt allerorts aus zweiter Hand hört, sitzen mögen). Und der Ton seiner Bitte um Entschuldigung hat auch nichts läppisch Beiseitewischendes oder frech Nonpology-Artiges.. Von selbstmitleidigem Rumopfern bei Gardiner keine Spur, sondern offensichtlich Entsetzen über sich selbst als Täter. Wenn das in dieser Lebensphase, Gardiner ist Jahrgang 1943, kathartisch wirken würde, hätte die bedrückende Affäre am Ende vielleicht sogar einen gesellschaftlichen Sinn gehabt: Wir können uns auch im hohen Alter noch ändern.
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