Maddalena Laura Lombardini kam am 9. Dezember 1745 in Venedig zur Welt. 365 Tage voller musikalischer Höhepunkte, wenn man so will: In England wurde am 28. September des Jahres das Nationalhymnen-Arrangement God Save the King von Thomas Arne »uraufgeführt« (über den »wahren« Urheber der Melodie gibt es bis heute einen Streit). In London standen zwei große Uraufführungen von Werken Georg Friedrich Händels auf der Agenda: Am 5. Januar hob man das dramatische Oratorium Hercules aus der Taufe, am 27. März folgte die Uraufführung des Oratoriums Belshazzar – und auf Versailles konnten die Adeligen sich an der neuen Ballettkomödie Platée von Jean-Philippe Rameau erstmals erfreuen: allesamt Werke, die bis heute regelmäßig auf den Spielplänen stehen. Und die Musik der »auf der Schwelle zur Epoche der Klassik« geborenen Maddalena Laura Sirmen (wie sie nach der Hochzeit mit dem Geiger Lodovico Maria Gaspar Sirmen hieß)? Vergessen! Dabei hätte diese Frau eine eigene Netflix-Serie verdient. Und dies nicht nur »aus privaten Gründen«.


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... ist Konzertveranstalter, Moderator, Komponist und Pianist. Er gestaltet innovative Konzertformate, arbeitet als Musik-Satiriker, schreibt Stücke für Solist:innen und Ensembles und Texte für VAN, die Wiener Philharmoniker, die New York Philharmonics und die Bamberger Symphoniker. 2019 war er als Schauspieler an der Volksbühne zu erleben.