Neben der von der Esoterikindustrie einverleibten Hildegard von Bingen (1098–1179) ist Clara Schumann wohl die bekannteste Schöpferin eigener Musik überhaupt. Häufig erklingen ihre Werke nur mit »Beigaben« der Musik ihres späteren Gatten Robert. Bei keiner Konzertreihe mit »Musik und Lesung« dürfen »Clara und Robert« fehlen, ja, die beiden füllen gefühlt 90 Prozent derartiger Veranstaltungsformate. Fast immer ist dabei genüsslich-voyeuristisch vom Alltag der Eheleute Schumann die Rede. Wo Clara, da auch Robert. Und wenn es in Programmtexten um die Rezeption der Werke Roberts geht, da sind ein paar – meist erwartbar »begeisterte« – Worte von Clara als eingefügtes Zitat meist fast so etwas wie »Pflicht«.
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