Die Studienabbruchquote an deutschen Universitäten liegt bei etwa 30 Prozent. Wesentlich größer ist die Zahl derer, die während des Studiums mit ihrer Studienwahl hadern, einen Abbruch in Erwägung ziehen, ihren Berufswunsch überdenken. An Musikhochschulen dürfte das nicht anders sein. Trotzdem ist das Reden darüber ein Tabuthema: Das Klischee vom Musikerberuf als Berufung verträgt sich nicht mit einem grundlegenden Zweifel, ob man das Richtige tut. Die Ressourcen, die man selbst und (meistens) die Eltern bis zum Studium schon in die Ausbildung gesteckt haben, sind so groß, dass die Hemmschwelle für den Ausstieg weiter wächst: ›War das alles für die Katz?‹ Die künstlerische Ausbildung an Musikhochschulen ist wiederum oft ganz auf das Berufsziel »Orchester« ausgerichtet und lässt wenig Spielraum für alternative Wege. In einer Podcast-Reihe will die Junge Norddeutsche Philharmonie für das Thema »Ausstieg aus dem Musikstudium« sensibilisieren und einen Austausch initiieren: Was sind die Gründe für den Ausstieg, warum wird über das Phänomen so wenig geredet und inwiefern liegen die Ursachen dafür in der Ausbildung an Musikhochschulen? Einer der Hosts ist der Dirigent Christoph Altstaedt, der selbst sein Musik- für ein Medizinstudium aufgab, dann doch noch seinen Weg in den Musikerberuf fand und heute als freischaffender Dirigent und als Anästhesist arbeitet. Mit Hartmut Welscher sprach er über die Herausforderungen der Neuorientierung, Reaktionen aufs Musizieren in Teilzeit, die schwierige Vereinbarkeit von Musik und Familie und die Scheuklappen mancher Klassikfans.


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... ist Herausgeber von VAN. Er studierte Development Studies, Ethnologie und Asienwissenschaften in Berlin, Seoul, Edinburgh und an der London School of Economics und arbeitete im Anschluss zehn Jahre als Berater in Projekten der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. 2014 gründete er mit Ingmar Bornholz den VAN Verlag, wo er auch als Geschäftsführer fungiert. hartmut@van-verlag.com