Vom österreichischen Cellisten Kian Soltani ist Mitte Oktober bei der Deutschen Grammophon eine neue Aufnahme erschienen. Sie heißt »Cello Unlimited« und umfasst 15 Tracks mit Filmmusik unter anderem von Howard Shore (Lord of the Rings), Hans Zimmer (Pirates of the Caribbean, Da Vinci Code) und John Powell (Bourne Identity), sowie zwei Eigenkompositionen. Soltani hat mit seinem Instrument alle Stimmen der Originalpartituren eingespielt und dann übereinandergelegt. Dass er damit die Grenzenlosigkeit des Cellos auslotet, wie der Albumtitel suggeriert, kann man behaupten, muss man aber nicht abkaufen. Es ist eine dieser seicht-gefälligen Deutsche Grammophon-Produktionen, deren natürliches Habitat eigentlich – woran natürlich nichts auszusetzen ist – der Privatsender Klassik Radio ist. Wenn da nicht der öffentlich-rechtliche Rundfunk wäre. Während Soltanis Aufnahme an Feuilletons und Musikmagazinen weitgehend resonanzlos vorbeizieht, läuft sie bei den Öffentlich-Rechtlichen on heavy rotation auf allen Kanälen. In der Sendung Mosaik im Kulturradio WDR 3 empfahl Musikchefin Wibke Gerking »Cello Unlimited« als ihre Lieblings-CD der Woche, vielleicht, weil die Aufnahme gut zur neuen Vorgabe passt, in der Sendung »pro Stunde jeweils einen ›Klassikhit‹, einmal Filmmusik und einmal ›New Classical‹ zu spielen«. Bei BR-Klassik war Soltani am 18. Oktober, drei Tage nach der Veröffentlichung des Albums, in der Sendung »Sweet Spot« zu Gast, am selben Tag auch bei rbbKultur und Ende Oktober bei hr2-kultur. Letzte Woche trat Soltani im ZDF-Morgenmagazin auf, wo ihn Moderatorin Dunja Hayali mit dem Satz verabschiedete: »Danke, dass Sie erneut zu uns gekommen sind. Sie sind ja im Grunde Stammgast hier, immer wenn es etwas Neues gibt. Bin gespannt, ob es dann demnächst wieder Schubert, Schumann oder Bach auf der Bühne gibt.«
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