Vincent Bababoutilabo ist müde. Gestern Nacht hat er ein Spontankonzert mit einer gegeben, es ist spät geworden. In einem gemütlichen Leipziger Hinterhof erzählt Vincent von seinen diversen Bandprojekten, mit denen er als Jazz-Flötist und -Sänger unterwegs ist, seinem Engagement für die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland und seinem Studium (Musik/Lehramt, er ist »quasi fertig«). Für seine Masterarbeit hat er alle 40 in Sachsen zugelassenen Musik-Schulbücher für die Sekundarstufe II untersucht mit Blick auf die Frage: Wie werden Schwarze Menschen dargestellt? Rassismus in der Musikpädagogik ist eigentlich kein Thema für den ersten Kaffee am Morgen. Wir geben uns Mühe, während am Nachbartisch die Choro-Musiker schon wieder spielen.

Vincent Bababoutilabo • Foto © Mark Hellerau
Vincent Bababoutilabo • Foto © Mark Hellerau

VAN: Nächste Woche hältst du an der Universität der Künste einen Vortrag über Rassismus in Musik-Schulbüchern. Das Ganze ist studentisch organisiert, die Universität hat das Thema Rassismus nicht auf dem Schirm. Wie sieht das an anderen Hochschulen aus?

Vincent Bababoutilabo: Ich habe mir die Curricula von mehreren Hochschulen in Sachsen angeguckt, Dresden und Leipzig vor allem. Das ist eine riesige Leerstelle in der Lehrer*innenausbildung. Wenn man ehrlich ist, wird von Lehrer*innen so viel gefordert, die müssen eine Klasse managen mit 30 Schüler*innen, dann gibt es zum Beispiel Inklusion, sogenannte Willkommensklassen und so weiter … Die Ausbildung deckt da nicht annähernd alles ab. Ich hatte in meinem Lehramtsstudium ein verpflichtendes Seminar zu interkultureller Bildung. Und da gab es ein einziges Referat zum Thema Rassismus, das war’s.


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... machte in Köln eine Ausbildung zur Tontechnikerin und arbeitete unter anderem für WDR3 und die Sendung mit der Maus. Nach einem Schulmusik- und Geschichtsstudium in Berlin und Bukarest gibt sie Seminare in Musikwissenschaft und Musikjournalismus und ist Redakteurin bei VAN. merle@van-verlag.com