In Asien liegt die Zukunft der klassischen Musik, hört man westliche Klassikkoryphäen wie Simon Rattle immer wieder sagen. Mit dem Abklingen der COVID-19-Pandemie in Taiwan und Südkorea wird dieses Klischee jetzt in gewisser Weise wahr. Ostasiatische Orchester fangen aufgrund von raschem, besonnenem Regierungshandeln und gut funktionierenden Gesundheitssystemen langsam wieder an, vor Live-Publikum zu spielen. Von der Wiedereröffnung können viele europäische und vor allem amerikanische Musiker:innen nur träumen. Wie sieht das post-COVID19-Konzert aus? Welche Musik wird gespielt, wer darf wo sitzen, wie sieht gemeinsames Musizieren unter Beachtung des Seuchenschutzes aus? Das National Symphony Orchestra in Taiwan gibt darauf mit einer Konzertreihe, die sowohl live als auch per Livestream zu erleben ist, erste Antworten: am 24. Mai mit den Serenaden von Dvořák und Tschaikowsky sowie einem Werk von Tyzen Hsiao, am 30. Mai mit Mozarts Gran Partita und Dvořáks Serenade op. 22 und am 12. Juni mit Beethovens Fünfter und Siebter. Letzte Woche sprach ich mit Shao-Chia Lü, der seit 2010 das Orchester leitet, und der Geschäftsführerin Wen-Chen Kuo.


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... ist seit 2015 Redakteur bei VAN. Sein erstes Buch, The Life and Music of Gérard Grisey: Delirium and Form, erschien 2023. Seine Texte wurden in der New York Times und anderen Medien veröffentlicht.