Erinnern wir uns an die dystopischen Zustände am Anfang der Coronapandemie, kommen dabei oft ganz bestimmte Bilder hoch. Für mich sind es die Berliner Skateparks, die scheinbar über Nacht mit Absperrband versehen waren, als wären sie Tatorte, an denen sich Grausames ereignet hat. Im Frühling 2020 waren die Tage lang und leer: Arbeit, Alkohol, ab ins Bett. Man tat, was man konnte, um aus der Wohnung zu kommen. Ich traf mich deshalb mit meinen Freunden statt auf den Skateparks an leeren Parkplätzen und -häusern.
Es war oft erbärmlich. Einmal gerieten wir in Streit mit einem Mitarbeiter von der Rewe Lieferzentrale, weil wir auf dem Parkplatz skaten waren. Er meinte, unsere Skateboards könnten bei einem Sturz so hoch in die Luft fliegen, dass sie auf die Dächer der Autos fallen und diese einschlagen könnten. Als wir ihn darauf hinwiesen, dass das rein physikalisch nicht möglich ist, rief er die Polizei, die auch tatsächlich innerhalb von fünf Minuten erschien und uns vertrieb.

