2005 kam eine belgische NGO mit einem Lastwagen voller Musikinstrumente nach Ramallah, um sie der gemeinnützigen Musikschule Al Kamandjati (»Der Geiger«) zu spenden. Einer der Jungen, der beim Ausladen der Geigen, Bratschen, Celli, Kontrabässe und Gitarren half, war der 15-jährige Shehada Shalalda, der in der Nachbarschaft wohnte.
Shalalda, mittlerweile 33, arbeitet heute viel für die Al Kamandjati Schule, als Ramallahs einziger Instrumentenbauer, der sich auf westliche Saiteninstrumente spezialisiert hat. Seine Kollegen reparieren und bauen vor allem Ouds, die aber – wie Shalalda erklärt – wegen ihres runden Korpus sehr anders zu handhaben sind.
Während sich die meisten Angriffe der israelischen Armee (IDF) seit dem Terrorangriff der Hamas auf den Gazastreifen konzentrierten, kam es auch im Westjordanland zu vermehrter Gewalt, schon vor dem 7. Oktober. Im Juni schätzten die Vereinten Nationen, dass die Opferzahlen unter den Bewohner:innen des Westjordanlandes 2023 besonders hoch sein würden – die höchsten seit Beginn der Aufzeichnung im Jahr 2005.
An einem relativ ruhigen Nachmittag spreche ich Shalalda in seiner Werkstatt in Ramallah, nur unterbrochen vom Ruf des Muezzin und dem Besuch eines Kunden.
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